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Vietnam Teil 3 (19.12.2009 - 26.12.2009)

veröffentlicht um 02.01.2010, 13:11 von Tobias Pieper   [ aktualisiert: 10.02.2012, 11:35 ]

Wir verliessen Hanoi in Richtung Suedwesten. Bald hatten wir die viel befahrene Strasse stadtauswaerts hinter uns und es wurde ruhiger und immer laendlicher. Bald gab es keine Autos mehr, sondern nur noch Roller. Es war herrlich. Lange ist es her, dass wir solch kleine Strassen gefahren sind. Es fuehlte sich fast so an, als wuerde man auf einem Radweg in Europa unterwegs sein. Wir genossen es sehr und waren fasziniert, dass es solche Ecken noch gibt, wo nur kleine Dorfer kommen, fast kein Verkehr herrscht und die Natur wie ein riesiger Urwald wirkt.

 

Um die Versorgung brauchten wir uns trotz dieser Abgeschiedenheit keine Sorgen zu machen. Wir bekamen in den Doerfern immer eine Nudelsuppe zum Fruehstueck, Reis zu Mittag und abends kochten wir uns wie gewohnt einen vollen Topf mit Mingnudeln. Ja, ihr habt richtig gelesen: Nudelsuppe zum Fruehstueck. Das ist in Asien so ueblich. Wie auch in China gibt es nicht wirklich Brot. Aber dank den Franzosen fanden wir in Hanoi Baguette, was wir sehr genossen. Allerdings gibt es nicht wirklich etwas zum drauf tun. Aber ein Spiegelei oder Banane sind eine sehr leckere Alternative.

 

Wir hatten uns einen kleinen Grenzuebergang nach Laos herausgeguckt. Wir fragten auch regelmaessig nach dem Weg, da wir schnell merkten, dass unsere Karte nicht die Beste ist. Aber wir schienen immer richtig zu sein bis ploetzlich alle in die Richtung zeigten, aus der wir herkamen. Wir versuchten so viele Leute wie moeglich zu fragen und letzlich kam heraus, dass die Strasse, die auf unserer Karte eingezeichnet ist, nicht existiert. Entweder muessten wir zureuck, um die Hauptstrasse zum Grenzort zu nehmen, von der wir aber extra abgewichen sind, um eine kleine Strasse zun fahren. Oder Alternativ gaebe es einen Weg ueber den Berg, der eine Verbindung in das Tal darstellt, in das wir mussten. Was tun?

Zureuck bedeutete, einen ganzen Tag zurueck zu fahren. So etwas geht fuer uns nur schwerlich. Besonders Tobias kann dabei die Krise kriegen.

Es war nun schon 16.00 Uhr und das am Heiligen Abend. Wir wollten doch so gern in den naechsten groesseren Ort kommen, um ein Holtel zu finden, um einen gemuetlichen Heiligen Abend zu verbringen. Dieser Ort war aber nun unerreichbar, weil wir im falschen Tal waren. Man sagte uns, in weiteren 4 km gaebe es ein Hotel. Also fuhren wir weiter. Das Hotel war aber nur eine stinkendes Loch ohne Fenster. Von Dusche und Klo auf dem Zimmer ist wohl nur noch zu traeumen. Es war sofort klar, dass wir nun zelten wuerden. Wir kauften Nudeln, Gemuese, Bier und Kekse und suchten ein Plaetzchen. Schnell wurden wir fuendig, was auch noetig war, denn um 17.30 wurde es dunkel. Wir landeten auf einem Sportplatz an einem Fluss in der Naehe eines Dorfes. Kaum waren wir dort, hatte sich das ganze Dorf um uns versammelt. Den Dorfpolizisten konnten wir am Ende auch ueberzeugen, dass wir bleiben koennen. Tobias sammelte schnell noch etwas Bambus fuer ein Lagerfeuer, ich gab den Leuten eine Kochvortsellung und Nicolas trug die Kinder auf den Schultern.  

Und schon brannte ein kleines Feuer, was bald zu einem grossen wurde, denn die Kinder holten Bambus und Holz, was das Zeug hielt. Wir verbrachten einen schoenen Abend mit immer wechselnder Besetzung von Vietnamesen ums Feuer.

Wir sangen ein wenig “Oh Tannenbaum” und sie die vietnamesische Nationalhymne.

Es war ein voellig anderes Weihnachten und unterm Strich besser als jedes Hotel.

Am Morgen fuehren wir weiter und entschlossen uns fuer die “Abkuerzung” ueber den Berg. Es war mal wieder eine Baustellenstrasse. Noch unasphaltiert, unglaublich buckelig an vielen Stellen und extreme steil. Es war sehr anstrengend, aber dennoch gut. Wir mussten sogar das Rad durch einen nicht ganz kleinen Fluss schieben, weil die Bruecke noch nicht fertiggestellt war. Also, Schuhe aus und durch. Am anderen Ufer bakamen wir dann Esssen von den Arbeitern. Die Erlebnisse waren mal wieder sehr intensive. Am Abend erreichten wir erschoepft den Grenzort und waren froh, ein Zimmer zu finden, um erstmal auszuspannen.

Im Vergleich zu China, war nun Vietnam eine kurze Etappe von 19 Tagen. Aber durch die Fahrt durch die Berge, die von Urwald bewachsen sind, das Erleben der kleinen Doerfer mit Haeusern aus Bambus und die anstrengenden Bergetappen geben uns nun nicht das Gefuehl, wir seien nur so durch Vietnam geflogen.
 

Der Pausetag im Grenzort erhoehte dann die Spannung fuer Laos. Laos, das vielbeschriebene Radlerparadies, weil es kaum Verkehr gibt. Lassen wir uns ueberraschen!


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