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Vietnam Teil 1 (08.12.2009 - 11.12.2009)

veröffentlicht um 11.12.2009, 12:26 von Tobias Pieper   [ aktualisiert: 10.02.2012, 11:34 ]
In der Grenzstadt Dongxing auf chinesischer Seite gab es keinerlei Schilder, die zum Grenzuebergang fuehrten. Wir mussten uns also durchfragen. Wir kamen an einen Fluss, viele Menschen und Busse standen herum, wir sahen eine Bruecke ueber uns, die wohl nach Vietnam auf die andere Uferseite fuehrt, aber wir wussten nicht, wie wir dort hin kommen sollten. Da den Leuten natuerloch klar war, wo wir hin wollten, wurde uns auch ohne weiteres Fragen der Weg gewiesen. Wir kamen in eine Halle, die fuers Fussvolk bestimmt ist. Wir waren also auch Fussvolk. Wir zeigten unseren Pass, bekamen ohne weitere Notiz unseres Rades den Ausreisestempel und schoben zu den Vietnamesen. Auch hier stempelten sie das Visum ab und winkten uns durch. Keine Fragen zur Route, keine Fragen zum Inhalt unserer Taschen, nicht einmal gescannt wurden sie. Wir konnten tatsaechlich unser Rad so bepackt lassen und einfach durchgehen. Es ging so zuegig, dass ich gar nicht geschnallt habe, dass das nun der Grenzuebergang war. Wow, Vietnam!  
Mittags gingen wir bei einem der bereits in China ueblichen Strassenkuechen etwas essen. Und hier zeigte sich sofort der Unterschied der Vietamesen zu den Chinesen. Wir wurden sofort neugierig befragt, anstatt neugierig beguckt. Mit wenigen Worten englisch konnten sie ihre Fragen verstaendlich machen. Seit ueber drei Montaen hoerten wir wieder Fragen, wie: Wo kommt ihr her? Seit wann seit ihr unterwegs? Wie viele Kilometer seit ihr gefahren? Wo wollt ihr hin? 
Es hat richtig Spass gemacht, sich wieder so zu unterhalten, auf Interesse zu stossen. Dahingehend waren die Chinesen recht uninteressiert. Sie wollten immer sofort ein Foto mit uns, aber wollten nie wissen, wo wir eigentlich her kommen.
Am Abend gab es kein wildes Plaetzchen zum zelten. Sowieso war es uns wohler, bei Leuten zu fragen, da wir die Menschen, das Land ueberhaupt nicht einschaetzen koennen. Und so landeten wir auf einem geernteten Reisfeld hinterm Haus und bauten unser Zelt unter neugierigen Augen auf. Bald hatte sich jeder Nachbar einmal blicken lassen und die Kinder aus dem Dorf uebten sich in ihrem frisch erlernten englisch. Er war so belebend auch fuer uns.
 
Am zweiten Abend wurden wir bereits zum Essen eingeladen. Es gab natuerlich Reis und dazu Fisch, Schrimps und Tintenfisch. Da wir sonst immer nur Gemuesebeilagen essen, war es einerseits mal eine nette Abwechslung, aber dennoch auch recht gewoehnungsbedurftig. Wir waren uns auch nicht sicher, ob unsere Maegn darauf klarkommen. Aber es scheint, ale koennte unser Verdauungsorganismus mittlerweile einiges ab. 
 
Die Strassen, die wir bis jetzt gefahren sind, waren sehr schlecht. das war natuerlich ein Luxus in China: Breite, gut ausgebaute Strassen. Hier sind sie schmal und kaputt. Dazu kommt dann der heftige Verkehr. Die LKWs, meist Modelle aus Amerika mit entsprechender Uebergroesse und Motzigkeit, fuellen dann die gesamte Strasse aus. Wenn dann noch ein Buss meint, ihn ueberholen zu muessen, werden wir foermlich von der Strasse gedraengt. Das Hupen wird auch nicht weniger. Zwischenzeitlich war es recht stressvoll und es steigt dann Frust auf, weil dieser Zustand einemb alles kaputt macht. Es ist dann keine Freude mehr, es ist nur Quaelerei. Aber die Strasse nach Hanoi soll besser werden, dann wird der Verkehr wohl auch besser ertragbar werden. Hoffen wir es mal.
 
Nun sind wir in Ha Long am Pazifik. Die Ha Long Bucht ist eines der sehenswerten Ziele in Vietnam, aber entsprechend touristisch ausgeschlachtet. Dennoch wollen wir uns auf eine Bootstour durch die Bucht begeben und das Meer und die Huegel im Wasser geniessen. 
Gestern haben wir uns nach der Ankunft eine Ananas gekauft und sind an den Strand gegangen. Dort haben wir sie uns im Bambusstuhl und unter einem Palmen-Sonnenschirm schmecken lassen. Es wirkte so unwirklich. Palmen, Strand, Ananas und Sonnenuntergang kenne ich doch nur aus dem Fernsehn. Aber es war Wirklichkeit. Manchmal ist es schwer zu begreifen, dass wir alles mit dem Rad zurueckgelegt haben. Aber es fuehlt sich gut an.      

 
Hinweis: Es lohnt sich auch immer unter dem Menuepunkt "Aktuelles" nachzuschauen. Denn dort stehen meist Dinge, die nicht im Tagebuch zu lesen sind oder Hinweise, wenn die naechste Aktualisierung laenger dauern wird und und und. Es veraendert sich auch sonst immer wieder etwas auf der Seite. Also nicht in den gewohnten Clicks zu den Fotos und dem Tagebuch haengen bleiben :-)!

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