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Neuseeland Teil 3 (01.01.2011 - 27.01.2011)

veröffentlicht um 21.01.2011, 22:27 von Tobias Pieper   [ aktualisiert: 25.06.2011, 20:37 ]
Auckland
 
Unser Aufenthalt in Neuseeland naehert sich nun allmaehlich dem Ende. Wir haben Auckland erreicht und damit fuer uns ein weiteres Kapitel rund zu Ende gebracht.
 
Unsere Fahrt von Wellington fuehrte uns auf kleinen Sekundaerstrassen an der Ostkueste entlang. Wir stellten uns auf viel Verkehr ein, weil wir von so vielen Leuten hoerten, dass der Verkehr total schlimm sein soll. Dass dies fuer die Highways zutrifft, war uns natuerlich klar, aber auf die Idee wuerden wir nicht kommen, dort zu fahren. Wer also als Radfahrer das Gefuehl hatte, auf der Nordinsel fast ueberfahren worden zu sein, der hat definitiv die falsche Route gewaehlt. Wir haben uns immer Nebenstrassen herausgesucht, was im Vergleich zur Suedinsel gut moeglich war, weil es ein dichteres Strassennetz gibt, und sind somit auf ruhigen Strassen unterwegs gewesen. Es hat uns sehr gut gefallen. Es ging natuerlich ueberwiegend durch Kulturlandschaft, die Strassen schlaengelten sich oft leichte bis maessige Steigungen hoch und runter, was das ganze sehr interessant machte.
 
Und wieder einmal erlebten wir den Vorteil, mit dem Rad unterwegs zu sein. Aus dem Auto sieht man nur, aber auf dem Rad riecht man und hoert man auch, was um einen herum passiert und so wurden wir an einer Farm auf ein ungewoehnliches Geraeusch aufmerksam und in Kombination mit einer Herde Schafe, war uns schnell klar, dass in der Scheune die Schafe der Reihe nach geschoren wurden. Etwas, was wir gerne mal sehen wollten. Es gibt sogar fuer Touristen eine Scher-Show, aber da war uns klar, dass wir das nicht wolllen. Und dann durften wir es authentisch erleben, denn der Farmer sah uns und winkte uns sofort herbei, als wie anhielten. Es war unglaublich interessant zu sehen. Der Farmer hatte 4 Scherer dort, die in einem unglaublichen Tempo ein Schaf nach dem anderen schoren.
   
Schnell erreichten wir Napier an der Ostkueste in der Hawke's Bay und hatten dann eine anspruchsvolle Etappe vor uns liegen. Wir entschlossen uns eine Schotterstrasse zu waehlen, die durch den Urewera Nationalpark fuehrte und damit heftige und lange Steigungen beinhaltete.  
Entlang des Sees Waikaremoana fuhren wieder durch dichten Urwald mit viel Baumfarn, was sehr schoen war. Aber sobald man die Nationalparkgrenze erreicht, sieht alles wieder anders aus und von der Urspruenglichkeit ist nichts mehr zu sehen. So wie ueberall auf der Welt.
 
In und um Rotorua erlebten wir voellig Neues. Wir befanden uns n einer Gegend mit heissen Quellen, nach Schwefel stinkenden und blubbernden Schlammloechern (mud pools) und Geysiren. In einem kleinen Fluss (Kerosene Creek) badeten wir, der sicherlich eine Temperatur von mehr als 50 Grad hatte. Es war fast zu heiss, um reinzusteigen, aber total irre. Wir besuchten auch eine touristische Atraktion und sahen einen Geysir in die Luft schiessen. Es war ein schoenes Erlebnis, wenn auch mit Seifenlauge nachgeholfen wurde, dass der Geysir sein Wasser in die Luft schiessen liess. 
Weiter gen Norden auf der Coromandel Halbinsel gibt es einen Strand, der heisse Quellen unter dem Sand hat und so kann man sich bei Ebbe einen kleinen Pool in den Sand graben und im heissen Wasser sitzen. Uns war dies aber zu heiss und es genuegte uns, mit den Fuessen am Strand im heissen Wasser zu stehen.
Es ist immer wieder faszinierend, was die Natur doch fuer Wunder hervor bingt. Wie gewaltig und beeindruckend doch unser Planet Erde ist.
 
Fuer uns ist das Erlebnis der Nordinsel authentischer, da wir eher auf Einheimsche trafen, als auf Reisende und sahen, wie die Maoris (Urbevoelkerung) leben. Unserer Einschaetzung nach wird die Maorikultur noch mehr gepflegt und gelebt als die der Aborigines in Australien, aber Probleme mit Alkohol gibt es leider auch hier zu genuege.
 
Bei unserer letzten Nacht vor Auckland, trafen wir auf eine ganz nette Familie. Wir fragten einmal mehr, ob wir in ihrem Garten unser Zelt aufbauen duerften und sofort wurden wir Willkommen geheissen. Sie boten uns einen kalten Drink an und servierten dazu Kaese, Cracker usw. Wir plauderten und plauderten und dann luden sie uns zum Grillen ein. Wir hatten einen unglaublich netten Abend. Es ist immer noch und immer wieder erstaunlich fuer uns, wie offen Menschen sind, wie unkompliziert sie sein koennen und wie schnell man eine Beziehung und Vertrautheit aufbaut. Am Morgen wurden wir mit einer herzlichen Umarmung verabschiedet. 
 
Hier in Auckland trafen wir nun auf Bekannte, die wir mal wieder vom Arbeiten in Australien kannten. Sie sind erst kuerzlich nach Auckland gezogen und schrieben uns zufaellig, als wir in Auckland ankamen. Nun werden wir die letzten Tage mit ihnen verbringen. 
Die Meschheit lebt von Beziehungen. Das soziale Leben macht alles unglaublich bunt und es tut gut, sich zu treffen, zu plaudern, Gedanken zu teilen und einfach die Geselligkeit zu geniessen. Was waere die Menschheit ohne Beziehungen? 
 
Am 27.01. geht nun unser Flieger. Wohin? Vielleicht nach Hause oder vielleicht auch nicht. Das seht ihr dann bei unserem naechsten Eintrag :-). 
 
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