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Laos Teil 3 (11.01.2010 - 20.01.2010)

veröffentlicht um 25.01.2010, 01:22 von Tobias Pieper   [ aktualisiert: 10.02.2012, 11:36 ]
Laos ist wohl das Land, in dem wir lernen mussten, auch umzukehren, was uns bis dahin erspart geblieben ist. Wir wollten der kleinen Strasse am Mekong folgen. Natuerlich war sie nicht asphaltiert. Aber es sollten auch nur einen Tag sein, bis wir wieder die Hauptstrasse treffen wuerden, laut unserer Karte. Allerdings fuhren wir ungeahnt in eine Sackgasse. Wir mussten zwar nicht die komplette Strecke zurueckfahren, aber doch stolze 30 km. Und dann macht eine maessig gute Staubpiste ploetzlich nicht mehr so viel Spass. Aber so ist es eben. Strassenkarten sind eben doch nicht so gut, wie man es sich immer erhofft. 100 Prozent Verlass ist darauf nicht.
 
Am dritten Fahrtag erreichten wir dann Pakse. Wieder eine Stadt. Fuer dieses Staedtchen hatten wir diesmal einen Ausflugs-Plan. Aber zunaechst wurden wir von Touristenscharen erschlagen. Es war unglaublich. Man sah fast mehr weisse als Laoten. Die Zimmersuche gestaltete sich entsprechend anstrengend. Es war naemlich fast alles ausgebucht. Das haben wir noch nie erlebt. Wir haben vermutlich alle Hotels und Guesthouses von innen gesehn, wenn sie nicht von vornherein zu teuer waren.
Letztlich kamen Nicolas und wir in getrennten Unterkuenften unter.
Noch am Abend reservierten wir uns drei Mopeds. Wir machten naemlich am naechsten Tag einen Moped-Ausflug, um auf und ueber das Bolaven-Bergplateau mit Kaffeeanbau zu fahren. Wir hatten nun wirklich genug von Bergen und schlechten Pisten mit dem Rad. Und zudem war Tobias Geburtstag. Ich habe allerdings gar kein Moped-Fuehrerschein, was die Leute hier auch nicht interessiert. Aber nicht umsonst braucht man bei uns einen Fuehrerschein, denn es ist kein Fahrrad. Ich bekam von Tobias eine Einweisung in die technische Bedienung des Gefaehrts, aber fahren musste ich dann alleine. Nach ein paar holprigen Runden auf einer unbefahrenen Strasse bekam ich auch das Gefueh in die rechte Hand, das Gas angemessen zu drehen. Besonders wenn es ums losfahren ging, war das anfangs nicht so einfach. Aber dann gings los, das neue Abenteuer!
Da wir einfach selten dem Mainstream folgen, waehlten wir statt der Asphaltstrasse den holprigen Staubweg mitten ueber das Plateau. So sahen wir wirklich Kaffeeplantagen, Doerfer, die ueberall Kaffeebohnen zum trocknen auslegten und fuehlten uns wieder mitten drin. Dort trafen wir auf keinen anderen Touristen!
Das Mopedfahren auf der Holperpiste war schon eine Herausforderung fuer mich. Teilweise war der tonige Staub so dick auf dem Boden, dass man auch mal rutschte. Das wohl schwierigste Stueck der Srecke kam natuerlich gleich zu Beginn: lockere Oberflaeche mit dicken Steinen auf furchigem Untergrund bergan. Da ist mir die Karre dann beim Anfahren weggerutscht. Ich konnte mich abfangen, aber die Karre lag im Dreck und ein Stueck vom Bremshebel war abgebrochen. Na toll! Das musste ich erst mal verdauen. Aber am Ende war alles halb so wild. Und wir besorgten einen neuen Bremshebel fuer 1 Euro! 
Ich bekam richtig Spass am Fahren. Der Dreck staubte nur so und wir sahen aus wie die Schweine. Rot gepudert von oben bis unten und der Schweiss hat sein uebriges getan. 
Wir uebernachteten in einer Bambushuette und setzten den zweiten Teil am naechsten Tag fort und besichtigten einen netten Wasserfall. Zum Abschluss tranken wir einen Kaffee und lernten etwas mehr ueber den Kaffeeanbau und das Roesten.
Zwei Tage Mopedfahren waren eine herrliche Abwechselung, aber am Ende waren wir drei uns einig, dass wir uns wieder auf unsere Fahrraeder freuen und diese als Fortbewegungsmittel bevorzugen. Man sieht viel mehr!
 
Wir naeherten uns der kambodschanischen Grenze, wo der Mekong ein Delta mit tausenden von Inseln bildet (Four Thousand Islands). Wir liessen uns auf die Insel Don Det schiffen und waren wieder im Touristenzentrum gelandet. Es ist immer wieder nett, aber es ist nicht Laos, es ist nicht authentisch. Um die Schoenheit der Natur geniessen zu koennen, muss man die Augen verschliessen. Wir fuhren mit einem kleinen Boot raus auf den Mekong, in der Hoffnung Delfine zu sehen, die dort leben. Und tatsaechlich konnten wir welche auftauchen sehen. 
Zuletzt besuchten wir den groessten Wasserfall Sueost-Asiens, um Laos abzurunden und erreichten die Grenze zu Kambodscha.

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