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Kambodscha Teil 2 (25.01.2010 – 31.01.2010)

veröffentlicht um 08.02.2010, 04:06 von Tobias Pieper   [ aktualisiert: 10.02.2012, 11:37 ]

Nachdem wir den Dschungel geschafft hatten, zeigte sich eine offene flache Landschaft, wie wir es aus Norddeutschland kennen. Wir konnten teilweise bis zum Hrizont blicken, ohne auch nur einen Baum zu erblicken. Ab und an liessen sich einige Heckenstrukturen ausmachen. Wie wir traurigerweise erfahren mussten, wird die Landschaft im Norden Kambidschas bald genauso aussehen. Der Urwald, den wir durchquert hatten, soll in den naechsten Jahren abgeholzt werden. Es gibt Investoren, die mit der kambodschanischen Regierung Vertraege abgeschlossen haben. Vermutlich wird er abgeholzt, um mehr Anbauflaechen zu schaffen. Es ist schrecklich! So froh wir auch waren, wieder aus diesem dichten Dschungel draussen zu sein, und in die Weite blicken zu koennen, so schrecklich war es auch, weil wir wussten, dass eigentlich ueberall dichter Wald stand. Genauso wir in Mitteleuropa. So ist es aber nun mal. Fuer Siedlung, Lebensmittelanbau, Rohstoffgewinnung etc. wird der Wald abgeholzt. Er bringt eben so mehr Geld, als wenn er noch stehen wuerde und so frisst die Oekonomie die Natur immer mehr auf.

Die Besichtigung der Tempel von Angkor mit dem bekanntesten Tempel Angkor Wat war ….tja, wie war es? Um ehrlich zu sein, war es eher eine Enttaeuschung. Aber so ist es eben, wenn solch ein Trubel darum gemacht wird. Und man im Reisefuehrer liesst, dass es einen aus den Socken reissen wird. Die Erwartungen sind zu hoch.

Wir wollten bereits morgens um 5.00 dort sein, weil wir dachten, dann ist vielleicht am wenigsten los. Wer quaelt sich schon so frueh aus dem Bett, um einen Tempel zu sehen. Leider kam es anders als wir dachten. Als wir auf dem Weg waren, konnten wir es nicht fassen. Eine Rikscha nach der anderen fuhr die Touristen hin. Ganze Busse lieferten Menschen am Ticketbuero ab. Wir waren sprachlos. Als wir dann am Eingang zu Angkor Wat standen, kehrten wir wieder um. Wir hatten keine Lust mit den tausenden von Touristen den Sonnenaufgang zu erleben. Dies ist wohl er Hit! Wir dachten, zu einem anderen Tempel zu fahren. Auf dem Weg kamen wir am Hintereingang von Angkor Wat vorbei , wo niemand war und entschieden uns dafuer. Waehrend es hell wurde scharrten sich die Touristenmassen vor dem Tempel, und wir waren mit einer Hand voll die ersten die den Tempel von innen sahen. So war es ein guter Kompromis. Als dann die Sonne aufgegangen war, dauerte es nicht lange und die Massen verzogen sich, um wohl zu fruehstuecken. Dafuer, dass es das groesste religioese Bauwerk der Welt sein soll, waren wir enttaeuscht. Wir haben es gewaltiger erwartet. Es hatte keine Grosse, die einen umhauen liess, aber dennoch war es gut, zu sehen. Wenn man aber bedenkt, dass es von 1112-1152 erbaut wurde, ist es schon beeindruckend, wobei uns Zahlen und Alter von Bauwerken sehr abstrakt erscheinen.

Das stoerende an der Sache war fuer uns, dass solche Massen an Menschen dort praktisch ausgeschuettet wurden und das ganze eher eine tote Anlage war. Wenn man den Koelner Dom besichtigt, der uns persoenlich viel mehr beeindruckt von seiner Groesse, Maechtigkeit und Ausstrahlung, hat man auch viele Touritsen, aber die Masse ist eine andere und zudem werden dort regelmaessig Messen gehalten. Er ist somit nicht tot.

Viel interessanter fanden wir den Tempel Ta Prohm. Dieser ist schon so zerfallen, dass ihn die Natur sich zurueckholt. Riesige Baeume wachsen mit ihren Wurzeln ueber Mauern, durch Fugen und erobertendas Gebaeude. Es gibt dort sehr viel zu sehen. Man kann ein Tagesticket, ein 3-Tagesticket ode ein Wochenticket kaufen. Daran sieht man, wie umfangreich das ganze ist. Fuer Historiker, Architekten und Kultrurfreaks ist es wohl ein Paradies. Uns hat das Tagesticket ausgereicht. Wir sind froh, dort gewesen zu sein, es hat sich gelohnt und ist absolute sehens- und erlebenswert. Aber man sollte einfach nichts erwarten, dann wir man auch nicht enttaeuscht.

Am 31.01. erreichten wir dann die Grenze zu Thailand. Der Weg dorthin war wenig spaektakulaer. Wir folgten der Hauptstrasse, wo die Raeder einfach nur super rollten. 

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