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China Teil 4 (02.11.2009 - 18.11.2009)

veröffentlicht um 19.11.2009, 23:11 von Tobias Pieper   [ aktualisiert: 10.02.2012, 11:33 ]
Provinz Guizhou:
Auf der Weiterfahrt durch die Provinz erlebten wir einige Miao-Doerfer. Miao ist ein Volksstamm und zaehlt zu einen der Minderheiten, die in China leben. Das Dorf Xijiang ist eines der groessten Miao-Doerfer. Sie sind gekennzeichnet durch schoene Holzarchitektur und die Frauen tragen bunte Trachten mit aufwaendigem Silberschmuck um den Hals und auf dem Kopf. Sie glauben, dass Silber das Boese vertreibt. Leider war dieses Dorf super touristisch und erst im Nachhinein wurde uns klar, dass wir bereits durch authentisch lebende Doerfer gefahren sind. Aber dennoch war es ein netter Trip dorthin. Fuer einen Moment standen wir voellig im Mittelpunkt. Wir wollten uns gerne auf einem Platz fotografieren lassen. Kaum hatten wir die Raeder platziert, startete ein Angriff voller Blitze. Unzaehlige Fotografen knipsten, winkten uns zu, riefen hier, stellten sich neben uns, um sich mit uns ablichten zu lassen. Es dauerte sicherlich eine viertel Stunde, bis wir endlich jemand bitten konnten, mit unserer Kamera ein Foto von uns zu machen, ohne dass ein andere Fotograf sich mit auf das Bild platzierte. Fuer einen Moment fuehlten wir uns fast wir ein Popstar. Was daran fuer uns nur nicht nachvollziehbar ist, dass sie nicht fragen, wer wir sind, wo wir her kommen, was wir machen und wo wir hin wollen. Ich frage mich immer, was sie wohl erzaehlen, wenn sie anderen das Foto zeigen und danach gefragt werden! 
 
Provinz Guangxi:
Auf dem Weg in die naechste Provinz Guangxi veraenderte sich das Klima wieder. Das Subtropische verliess uns und es stellte sich ein uns bekanntes Wetter ein. Tagsueber angenehme 20 Grad, abends kuehlte es sich gut ab, nachts waren es nur noch 5 Grad und morgens dauerte es, bis es sich aufwaermte. Also, so richtiges Herbstwetter. Die Vegetation veraenderte sich entsprechend. Die Bambuswaelder wechselten zu Kiefernwaeldern und wir fuehlten uns ganz heimisch mit so viel Nadelbaeumen. Die starke Besiedlung lies auch wieder nach und diese Veraenderungen kamen uns bezueglich der Zeltmoeglichkeiten sehr entgegen. Wir haben nun wieder ausschliesslich zelten koennen. Hierbei kam uns aber nun auch unsere 8-monatige Erfahrung und die mittlerweile wesentlich staerkeren Nerven zu gute. Denn wir campierten teilweise mitten in kleinen Doerfen zwischen deren Haeusern. Hier findet man eben die einzigen Flaechen, die nicht kultiviert werden. Wir wurden dann kurz neugierig beguckt und befragt, wir klaerten ab, ob es ok sei, hier zu uebernachten und schon wurden wir mit vollem Einverstandnis dort in Ruhe gelassen.   
Bald erreichten wir Guilin, die Stadt, in der wir das Radeln erst mal einstellen wollten. Unser Visum neigte sich erneut dem Ende zu und so organisierten wir im Hotel einen Unterstellplatz fuer die Raeder. Wir buchten einen Bus nach Hong Kong, denn nun fuehrte kein Weg mehr an einer Ausreise vorbei.

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