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Besuch aus der Heimat (18.-21.06.2010)

veröffentlicht um 21.06.2010, 23:45 von Tobias Pieper   [ aktualisiert: 01.03.2012, 12:24 ]
Am Wochenende hatten wir ein Stueck Heimat in der Fremde. Felix, ein Freund von Tobias hat seinen Jahresurlaub nach Australien geplant und uns besucht. Freitag Abend haben wir unsere Zusammenkunft mit ein paar Bier und lecker Gegrilltem eingestimmt. Es gab Kartoffelsalat a la Franke, Wuerstchen und Kaenguru-Steaks - eine ganz internationale Mischung. Kaenguru ist ein mageres leckeres Muskelfleisch. Im Grunde koennte man jeden Abend frisches Kaenguru- oder Wallaby-Fleisch (eine kleinere Art unter den Kaengurus) essen, denn sie liegen zu hunderten totgefahrten am Strassenrand. Wenn man "Glueck" hat, bekommt man es sogar ganz frisch, wenn man es selber umgefahren hat. Aber nein, nun mal weg von dieser makaberen Ader. Es ist wirklich nicht schoen anzusehen, wie viele tote Tiere am Strassenrand liegen. Es ist traurig.
Wir hatten uns beide natuerlich das Wochenende freigenommen und waren richtig aktiv. Tobias und ich sind nun richtig aus Katherine herausgekommen und haben etwas von der Umgebeung gesehen. Wir lecken wieder blut und es kribbelt nun um so mehr unter den Fusssohlen, bis es endlich weitergeht.

Aber was haben wir nun alles schoenes erlebt:
Nachdem wir am Samstag erst mal ausgeschlafen haben, denn man konnte Felix auch noch seinen Jetlack ansehen, haben wir uns auf dem Katherine-Markt asiatisches Essen schmecken lassen. Wir fuehlten uns nach Thailand oder Malaysia zurueckversetzt. Gut gestaerkt sind wir mit Felix' kleinem Camper zu den "Edith Falls" gefahren. Diese Wasserfaelle liegen im Nitmiluk-Nationalpark. Wir haben eine schoene Wanderung gemacht und waren dann an den Wasserfaellen baden. Aber natuerlich konnten wir es nicht lassen, von dem beschriebenen Wanderweg abzuweichen, um der Hauptbadestelle zu entgehen. Wir kletterten ueber Stock und Stein, um eine hoehere Ebene zu erreichen, wo wir ungestoert ins Wasser gehen konnten. Da die Temperatur am Tage doch recht warm wird, war es eine willkommene Erfrischung, um den restlichen Weg der Rundwanderung gut zu schaffen. Es waren gar nicht so viele Leute unterwegs, was sehr angenehm war. Wir wanderten durch schuetteren Baumbestand, groesstenteils aus Eukalyptus,   und bekamen zwischendurch eine super Aussicht ueber die Umgebung. Dieser schuetterne Baumbestand zieht sich bis zum Horizont und ist durchsetzt von kleinen Huegeln. Der Wanderweg war ein schmaler Pfad, teilweise sehr felsig, so dass es auch etwas anspruchsvoll wurde. Wir hatten Spass und am Abend muede Fuesse.

Am Sonntag sah unser Programm ein fruehes Aufstehen vor. Wir haben um 6.00 Uhr morgens den Campingplatz verlassen, um zur "Katherine Gorge" zu fahren. Die "Katherine Gorge" ist eine Schlucht des Katherine Flusses durch den Nitmiluk-Nationalpark. Wir haben eine Bootsfahrt mit Fruehstueck durch diese Schlucht gemacht. Die Sonne ging gerade auf, wodurch es eine ganz besondere Stimmung und Beleuchtung gab. Wir genossen die Frische und liessen uns das leckere Fruehstueck an Bord schmecken. Es war beeindruckend, die gewaltigen Felswaende rechts und links zu sehen und wirken zu lassen. Man ist als Mensch doch so unwahrscheinlich klein und hilflos. 
Nach dem gemuetlichen und erfrischenden Start in den Tag, gab es eine weitere Wandertour, die zu richtigen Wasserloechern fuehrte, in denen es sich wieder sehr gut baden liess. Landschaflich war es das gleiche, da wir uns ja wieder im selben Nationalpark befanden, aber badetechnisch noch viel genialer. Unerwarteterweise kamen wir an einem Wasserloch vorbei, was eigentlich auch nicht fuers Baden vorgesehen, demnach ganz einsam und somit perfekt fuer uns war. Das Wasserloch war von hohen Felsen umgeben, so dass man reinklettern musste - wieder eine passende Herausforderung fuer uns. Wir wurden zu kleinen Kindern, die es nicht lassen koennen, an allem, was greifbar ist, hochzuklettern, um dann wieder ins Wasser zu springen. Es ist immer wieder beeindruckend, was die natur hervorbringt.

Wir hatten eine richtig schoene Zeit mit Felix. Das Abschiednehmen am Montag war dann etwas mit gemischten Gefuehlen behaftet. Aber schliesslich gibt es in Australien noch vieles mehr zu sehen, als bloss die Umgebung von Katherine. Nun bleibt uns noch die von Felix mitgebrachte Rittersport-Schokolade (hmmmmmmmmmm!!) und der echte Deutsche Korn, damit wir die Australier mal richtigen Schnaps probieren lassen koennen!
 
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