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Australien Teil 1 (04.04.2010 - 10.04.2010)

veröffentlicht um 10.04.2010, 00:49 von Tobias Pieper   [ aktualisiert: 04.04.2011, 12:42 ]
Northern Territory
 
Am 03.04.2010 um 22:20 Uhr ging nun unser Flieger nach Australien - der rote Kontinent! Wir waren schon mittags am Flughafen, denn die Raeder wollten sicher verpackt werden und unsere Taschen mussten wir auch neu packen, um es den Gewichtsvorgaben fuer Handgepaeck und Check-In-Gepaeck anzupassen. Fuer unsere Raeder bagann eine Bastelstunde, denn der eine Fahrradkarton war letztlich zu klein, wir mussten also anbauen. Fuer Tobias Rad hatten wir einen Karton von einem grossen Kuhlschrank aufgegabelt und somit war dieser zu gross! Nach guten zwei Stunden waren sie ordnungsgemaes in den Kartons. Sie brachten zusammen 45 Kilo auf die Waage. Wir hatten mit dem Ticket schon "Extra-Gepaeck" gekauft und durften nun zu zweit 60 Kilo einchecken und zusammen 20 Kilo Handgepaeck haben. Hoert sich ja eigentlich voll viel an. Nun ging also das wiegen und packen los. Es blieben nur noch 15 Kilo, was aufgegeben werden konnte. Das ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass wir Werkzeug haben, Ersatzteile, Kocher mit Zubehoer (darf alles nicht ins Handgepaeck!), Zelt, Buecher und sonstige Klamotten. Klamotten zogen wir uns dem Zwiebelprinzip nach schon mal an. Kleinteile verstauten wir in den Taschen. Unsere Buecher liesen wir mal aussen vor. Wir kannten da so eine Trick. Ich kann gar nicht mehr zaehlen, wie oft wir alles ein-, aus- und umgepackt haben. Es passte hinten und vorne nicht. Also, packten wir moeglichst wenig zum Einchecken, Packen 20 Kilo voll fuers Handgepaeck und den Rest legten wir weg. Ein netter Typ passte drauf auf, waehrend wir eincheckten. Natuerlich hatten wir immer noch etwas uebergepaeck, aber das war am Ende egal. Alles lief glatt! Wir hatten auch keine Nagelpfeile oder Taschenmesser im Handgepaeck vergessen. 
Wir sagten unseren Raedern tschuess, bedankten uns freundlich bei der Dame am Schalter und gingen zu unseren restlichen Sachen zurueck. Nun packten wir diese noch ins Handgepaeck, denn das wird nicht noch einm al gewogen!!! und waren somit natuerlich voellig ueberladen. Aber wir mussten dafuer keine extra Gebuehr zahlen. Schliesslich hatten die gekauften 20 Extrakilos soviel gekostet, wie die beiden Tickets zusammen. Aber so ist es eben bei einem Billigflug. Da wird das Geld mit dem Gepaeck gemacht.
 
Der Flug selber war echt ganz angenehm. Singapur bei Nacht von oben war natuerlich eine Wucht. Wir fragten spaeter die Stewardes, ob wir mal ins Cockpit gucken duerfen - schliesslich war es mein erster Flug! Aber das ist nicht mehr erlaubt. Eventuell nach der Landung, meinte sie. Und so war es. Nach der Landung durften wir rein und der Pilot bat mich sofort auf seinen Sitz und erklaerte voller Freude die vielen Knoepfe und Hebel. Wir durften Fotos machen, alles war aufregend und dann etwas hektisch, denn der Flieger ging weiter nach Melbourne. Wir mussten zuegig gehen. Dabei vergassen wir unsere Festplatte, die nun mit in der Kameratasche war. Das stellten wir aber natuerlich erst fest, als wir nach einem Nickerchen in der Flughafenhalle aufwachten und alles wieder richtig packen wollten. Schliesslich sind wir morgens um 4:30 Uhr angekommen. 
Der Flieger war natuerlich schon weg. Der Mann am Schalter wollte ein Fax an die Kollegen in Melbourne schicken und wir bekamen seine Nummer. Oh je, auf unserer Festplatte sind alle Daten, Fotos, und viel Arbeit mit einer Diaschow. Natuerlich haben wir Sicherungen zu Hause, so dass nichts wirklich verloren waere, aber unsere Daten brauchen wir eigentlich vor Ort. Ach, es war halt aergerlich. Hinzu war nun Ostern und die Nummer somit nie besetzt. Aber gut, wir mussten also erstmal warten.
 
Mit wieder montierten und bepackten Raedern begaben wir uns aus der Flughafenhalle und liefen foermlich vor eine Wand. Wir konnten kaum atmen. Hammer!! Ich habe noch nie solch eine Schwuele und Hitze erlebt. Und das, obwohl wir Suedost-Asien hinter uns hatten. Aber im Norden von Australien herrscht noch das Ende der Regenzeit und die Luftfeuchtigkeit macht es nahezu unertraeglich. Wie halten die Menschen das hier aus? 
 
Also, die Ankunft in Australien war ein Klima- und Kulturschock. Sofort begegneten uns obdachlose und betrunkene Aborigines, die sich auf den oeffentlichen Gruenflaechen aufhalten. Dann fuhren nur motzige Autos umher und die Typen selbst waren super prollig. Fast jeder scheint Bodybuilding zu betreiben und ohne Tattoo ist man wohl kein echter Australier. Hinzu kommt ein sehr euphorischer bis uebertriebener Sprachslang. Puh, das mussten wir erstmal verdauen. Zuletzt hauten uns natuerlich die Preise um. Nach mehreren Monaten Asien erscheint einem alles unglaublich teuer.
 
Also der erste Eindruck war nicht der positivste und wir mussten uns gut sortieren und merkten aber auch, das wir erst mal ankommen muessen. Wir entschieden uns, den Campingplatz zu beziehen, was uns verdammt schwuele und schwitzige Naechte bereitete, aber die Preise von Hostels liessen es uns aushalten. Immer wieder versuchten wir jemanden am Flughafen zu erreichen, aber ohne Erfolg. Wir ueberlegten nun, wie wir weitermachen sollten mit der Reise. Wir dachten zunaechst, in Darwin zu arbeiten. Aber das Klima und die nicht so ganz schoene Atmosphaere der Stadt lies uns dagegen entscheiden. Irgendwie lief es nicht so rund, und wir hingen etwas durch. Aber es sollte sich bald bessern.
 
Nach Ostern bekamen wir endlich jemanden ans Telefon - natuerlich jemand ganz anderen. Tobias erklaerte ihm die Situation und bat ihn sehr darum, Nachforschungen zu taetigen. Und wieder konnten wir nur auf eine Mail von ihm warten. Letztlich hatten wir die Festplatte dann auch schon abgeschrieben.
Aber am Abend hatten wir tatsaechlich eine Mail im Kasten, dass sie gefunden wurde!!! Wir koennten sie am Flughafen abholen. Wow, die Festplatte war wieder da! Und dann hatten wir noch eine tolle Mail. Wir wurden aus unserem Zelt befreit. Nach drei Naechten zogen wir zu einem Internet-Kontakt um. Neben Couchsurfing gibt es auch noch "Warmshowers", ein Forum nur fuer Radler. Und so erholen wir uns auf einer Matraze unter einem Ventolator, bekommen einen zweiten Eindruck von Australiern und haben Zeit unsere Weiterreise zu planen. Fiona and Travis, unsere Gastgeber, haben einen 10 Monate alten Sohn Patrick. Wieder begegnet uns ein Baby!
Wir haben schoene Tage mit den dreien und sind einmal mehr fasziniert von der Offenheit und dem Vertrauen.
 
Wie aber geht es nun weiter. Wir haben uns erstmal einen Anhaenger gekauft, denn die Wueste ist heiss. Wir haben vor, Richtung Suedwest zu radeln in die kleine Stadt Kununurra, denn dort scheint es Arbeit zu geben. Wollen wir doch mal sehen, ob etwas fuer uns dabei ist. Wenn nicht, dann gehts weiter nach Sueden, durch die Mitte, das Outback! Natuerlich haben wir uns ueber die Kilometerabstaende zwischen den jeweiligen Wasserstellen informiert. Darum ziehen wir nun mit einem Anhaenger weiter, auf dem der Wasservorrat transportiert werden kann. Also, es wartet ein neues Abenteuer und wir sind ganz gespannt.
 

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