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Argentinien Teil 4 (04.04.2011 - 18.04.2011)

veröffentlicht um 18.04.2011, 13:56 von Tobias Pieper   [ aktualisiert: 18.04.2011, 14:08 ]
Argentinien ist einfach zu gross. Wir sind immer noch hier!
Unsere Reisezeit war vielleicht nicht so aufregend, wie andere Abschnitte, aber zu erzaehlen gibt es doch immer etwas.
Wir legten in den letzten zwei Wochen mehr Kilometer zurueck, als durchschnittlich in solch einem Zeitraum. Wir hatten endlich mal Glueck mit dem Wind, der des oefteren von hinten bliess! Dazu war das Gelaende super flach und es rollte nur so! Wir fuhren hauptsaechlich durch die Provinz Chaco, die im ganzen recht aermlich ist und neben Rindern und Baumwollfeldern nicht viel zu bieten hat. Somit wir hatten die Chance zu sehen, mit welchen Spezialgeraeten Baumwollfelder geerntet werden und die Baumwolle anschliessend so stark gepresst wird, dass auf einen LKW- Anhaenger 11 Tonnen geladen werden.

Leider mussten wir auch Dinge sehen, die nicht sehr schoen sind.
Die Zustaende in den Siedlungen errinnerte uns teilweise an Asien. So mussten wir erleben, wie ein kleines Maedchen vor dem Haus hockt und ... naja ihr Geschaeft erledigt. Es ist erschreckend, wie verwahrlost manche Menschen leben. Sie sind nicht in der Lage ihren Kindern beizubringen, auf die Toilette zu gehen oder vielleicht haben sie auch kein Kompostklo hinterm Haus, wie es meist ueblich ist. Wie sollen es die Kinder dann bloss besser machen?
Es herrscht auch kein Anspruch bezueglich Sauberkeit, Hygiene, geschweige denn es sich nett zu machen. Viele Grundstuecke sind eine Muellhalde, das Haus zerfaellt, die Waende sind blanker Putz und im Bad schimmelt es, wenn es denn eines gibt. So hatte ich ein nettes Kloerlebnis: In einem Internetcafe fragte ich nach einer Toilette und ich wurde in das Privatbad gefuehrt. In den Raeumen stand nicht viel, irgendwie nur Geruempel. Das Abwassersystem ist hier nicht so konzipiert, dass man Toilettenpapier ins Klo werfen koennte. Somit wird dies in einem Eimer gesammelt. Ich betrat das Bad und durfte nicht zu genau hinschauen. Ich habe ja schon viele ueble Toiletten gesehen, aber diese gehoert echt mit zu den Top 10! Mir sprang sofort der ueberfuellte Muelleimer ins Gesicht. Etwa die Menge die reinpasste, lag noch drumherum und dazu auch noch benutzte Damenbinden. Ich bemuehte mich, mich zu beeilen. Als ich spuelen wollte, kam kein Wasser! Als ich vor dem Waschbecken stand, um mir die Haende zu waschen, war dies unmoeglich. Der Spiegel stand im Waschbecken, dazu Kamm, Buerste und frische Damenbinden. Ich musste dann der Frau sagen, dass kein Wasser da ist und sie nickte nur wissend und meinte, sie wuerde dann mir dem Spuelwasser spuelen. Auch gut, so wird wenigstens Wasser gespart.
Puh, welch eine Nummer!
Der Kontrast ist schon enorm. So verwahrlost und heruntergekommen manche Leute leben, so schoen machen es sich andere und haben ein Haus von Sauberkeit, wie wir es gewohnt sind. Aber vermutlich gibt es genau das gleich bei uns in Deutschland auch, wir sehen es bloss nicht so offensichtlich und sind in diesen Ecken und Kreisen nicht unterwegs.
 
Salta
Nun sind wir in Salta angekommen, was bereits auf ca. 1200m liegt. Wir arbeiten uns in die Anden vor und haben nun eine wieder anstrengendere Etappe vor uns.
Hier in Salta herrscht eine ganz andere Atmosphaere als im uebrigen Argentinien, wie wir es erlebt haben. In den Strassen ist viel Musik, gepraegt von Panfloete und es gibt viele Indigene, die an der Strasse Pullover, Ponchos, Muetzen etc. aus Alpaca-Wolle verkaufen. All dies verbreitet eine Atmosphaere, wie ich es bereits frueher erwartet haette. Aber dies ist eben die Andenkultur und nicht fuer Suedamerika verallgemeinerbar!
 
Wir freuen uns auf die kommende Etappe in den Anden und koennen dann wohl bald von einem neuen Land erzaehlen. 
 
Wir haben nun auch das Fernseh-Interview aus Posadas bekommen und hochgeladen.  
 
 
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